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Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Gelsenblog - Ein Projekt von GELSENZENTRUM E. V. für August, 2011.

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Archive für August 2011

Gelsenkirchen wollte Dokumente nicht haben

Joseph P. Krause übergibt 10 Ordner Dokumentation an Stadtarchiv Neuss

Das Stadtarchiv Neuss hat jetzt die ersten 10 Aktenordner - die bisher umfangreichste, biographische Sammlung von Materialien zur Person des Pater Vell - übernommen und unter der Signatur D.04.K.13 archiviert. An seinem Wirkungs- und Leidensort Gelsenkirchen, wo Pater Vell an St. Joseph Schalke von der Gestapo nach der Denunziation durch den SS-Mann Wilhelm Ferlmann von der Gestapo verhaftet wurde, war niemand an den Vell-Dokumenten interessiert. Krause hatte die Überlassung der Dokumente dem Institut für Stadtgeschichte in Gelsenkirchen in der Vergangenheit mehrfach angeboten - vergebens.

Joseph P. Krause, der seit seiner Pionierzeit in Israel offiziell auch den hebräisierten Zweitnamen “Joseph Israel Ben Gal” trägt, hatte seit 1946 Dokumente zum “Volksgerichtshof”-Todesurteil gegen Pater Vell, der mit der Familie Krause befreundet war, gesammelt. Ein Teil der Akten wurde nach dem II. Weltkrieg von NS-Kadern auch in Gelsenkirchen wiederholt bei Krause beschlagnahmt und 1983 in Neuss unter zweifachem Mordversuch aus Krauses Wohnung geraubt. So mußte Krause die Akten, von denen ein kleines Konvolut seit Jahren bei Yad Vashem in Jerusalem deponiert ist, mehrmals in mühevoller Arbeit rekonstruieren. Krause stand mit Pater Vell bis zu dessen Tod 1965 in Verbindung. Auf Antrag von Joseph P. Krause hob 1999 die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Berlin I das Todesurteil auf.

Seit Jahren setzt sich Krause unermüdlich dafür ein, dass Pater Vell ein ehrendes Andenken im öffentlichen Raum der Stadt Gelsenkirchen gewidmet wird. Bereits im Jahr 2004 hatte Krause in einem Brief an Oberbürgermeister Baranowski geschrieben: “(…) Da Pater Vell nicht nur eine Zierde Gelsenkirchens darstellt, sondern auch der Jugend als Vorbild vorgestellt werden kann, möchte ich Sie bitten, nach Ihren Möglichkeiten Herrn Pater Vell posthum eine Ehrung der Stadt Gelsenkirchen zukommen zu lassen. Für durchaus realisierbar halte ich meinen Vorschlag, daß der bisher unbenannte Platz, auf dem die Pfarrkirche St. Joseph in Schalke steht, evtl. als “Pater-Vell-Platz” nominiert wird. Ich denke, daß ich bei Ihnen Verständnis für meine Vell-Aktion finde. (…)” Das lauthalse Schweigen aus Gelsenkirchen signalisierte Krause jedoch, dass hier weder für seinen Namenswidmungs-Vorschlag noch für die Archivierung der Vell-Dokumentation Bereitschaft vorhanden ist.

Vor dem Hintergund der Errichtung der Erinnerungsorte-Tafel werden wir die Anregung von Herrn Krause, den Platz vor der Kirche nach Pater Vell zu benennen, erneut vortragen. In Gelsenkirchen hatte es in der jüngeren Vergangenheit mehrere Benennungen von Plätzen nach Menschen, die sich dem NS-Regime entgegen stellten, z.B. den Rudolf-Bertram-Platz oder den Fritz-Rahkob-Platz, gegeben.

→ Initiative: Erinnerungsort für Pater Hermann Joseph Vell in Gelsenkirchen-Schalke

Kleine Gedenkveranstaltung für Fritz Rahkob

Kein Vergeben, kein Vergessen

Am 24. August 1944 wurde Fritz Rahkob durch Nazi-Schergen umgebracht. Der Vorwurf gegen den Antifaschisten war der des Hochverrates, tatsächlich ein konsequenter Kampf gegen Nazi-Deutschland. An ihn wollen wir am 24. August 2011 um 18 Uhr auf dem Fritz Rahkob Platz erinnern. Sein damaliger “Hochverrat” ist uns heute Vorbild und mahnt an seinen Kampf gegen Faschismus und Krieg. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) Gelsenkirchen lädt alle Menschen herzlich zu diesem Gedenken und zur Niederlegung von Blumen ein. FaschistInnen sind von dieser Veranstaltung ausgeschlossen.

Gedenktafel erinnert an den Antifaschisten Fritz Rahkob
Foto: Knut Massmann

Stolpersteine gegen das Vergessen

Verlegungen am 20. August 2011 in Gelsenkirchen

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen lädt herzlich ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt. Die Verlegungen beginnen vor dem Grundstück Im Bahnwinkel 10 gegen 11:00 Uhr. Dort wird ein Stolperstein für den als  Zeuge Jehovas verfolgten Robert Mäusert verlegt. An der Polsumer Strasse 158 wird für Astrid “Iri” Steiner verlegt. Die kleine Astrid wurde wegen ihrer Behinderung Opfer der NS-Psychatrie, Verlegung des Stolpersteins gegen 11:20 Uhr. An der Königsgrätzerstrasse 20 wird für Wilhelm Gorny, der ebenfalls Angehöriger der Religionsgemeinschaft der  Zeugen Jehovas war,  gegen 11:40 Uhr verlegt und an der Essener Strasse 71 für den Widerständler Andreas Schillack jun. gegen 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.

→ www.stolpersteine-gelsenkirchen.de

Neo-Nazis vermehrt in Gelsenkirchen-Bismarck aktiv II

Antifaschistische Schnitzeljagd

Antifaschistische Schnitzeljagd in Gelsenkirchen-Bismarck

Wie kürzlich von verschiedenen AntifaMedien berichtet, wurden in letzter Zeit vermehrt Aufkleber-Propaganda der NPD und Nazi-Schmierereien im Gelsenkirchener Ortsteil Bismarck festgestellt. Augenscheinlich waren in den letzten Tagen antifaschistische Kräfte in diesem Bereich unterwegs und haben deutliche Spuren hinterlassen. Die dort ansässigen Nazis machte das offenbar nervös. Anwohner und Geschäftsleute berichteten uns heute, dass ein Teil der Antifa-Aufkleber (besonders im Bereich Olgastrasse) von den Nazis schnell wieder entfernt worden sind. Wie uns auf Nachfrage von den AktivistInnen bestätigt wurde, findet in Kürze wieder eine Antifaschistische Schnitzeljagd in Gelsenkirchen-Bismarck statt.

Nazis outen! Meldet uns alle Nazi-Aktivitäten in Gelsenkirchen!

Quelle: Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen

1. September - Internationaler Antikriegstag in Gelsenkirchen

Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger

Antikriegstag 2011 in Gelsenkirchen

Anlässlich des Antikriegstages am 1. September 2011 lädt die Gelsenkirchener Friedens-bewegung herzlich ein, am 1. September gemeinsam zu diskutieren und zu demonstrieren:

17.15 Uhr Informationen und Aktionen gegen Krieg (Preuteplatz/Bahnhofstraße)

17.30 Uhr Kundgebung auf dem Preuteplatz

18.30 Uhr Demonstration zum Mahnmal für die Opfer des Hitler-Faschismus im Gelsenkirchener Stadtgarten

19.00 Uhr Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Faschismus mit anschließender Blumenniederlegung

Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger

Aufruf unterstützen? Kontaktiert uns per Email!

Infostand VVN/BdA Gelsenkirchen

Zur Information über und Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Dortmund am 3. September 2011 wird die VVN/BdA Gelsenkirchen am 1. September zwischen 17 und 19 Uhr mit einem Infostand auf der Gelsenkirchener Bahnhofstrasse/Höhe Sellhorststrasse bzw. Preuteplatz vertreten sein.

Meinen Großvater durfte ich nie kennenlernen

“Die „Stolpersteine“ stehen auch für die Tatsache, „nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg” - Von Volker Taher Neef

Am 1. August 2011 trat der Kölner Künstler Gunter Demnig in Gelsenkirchen in Aktion. Er verlegte in der Ruhrgebietsstadt wieder zahlreiche „Stolpersteine.“ Jeder „Stolperstein“ erinnert an ein menschliches Schicksal und steht für ein Leben, das von den Nationalsozialisten verfolgt und ausgelöscht wurde. Dabei spielt es für Gunter Demnig keine Rolle, warum die Faschisten ein Leben ausgelöscht haben, er weist jedes Mal auf die barbarische Tat hin.

Das zeigte sich deutlich in Gelsenkirchen. „Stolpersteine“ verlegte er vor den Wohnorten von jüdischen Mitbürgern; vor dem Haus eines Wehrmachtsdeserteurs; KPD-Mitgliedern und Zeugen Jehovas. Ob ermordete Homosexuelle, ermordete Bibelforscher, jeder Mensch, der von den NS-Machthabern zu Tode kam, erhält an seinem letzten Wohnort seinen persönlichen Stolperstein, der die Daten des Ermordeten aufweist. (…)

→ Den Artikel auf islam.de weiterlesen

Dortmund stellt sich quer

Nazis abservieren - No Pasarán!

Dortmund stellt sich quer 2011

Die Region Dortmund gilt bundesweit als eine der Nazihochburgen, dort und in umliegenden Städten kommt es regelmäßig zu Angriffen auf linke Einrichtungen und Büros sowie auf Einzelpersonen der organisierten Linken und MigrantInnen. So wurde z.B. das Wahlkreisbüro von Ulla Jelpke (MdB DIE LINKE) in Dortmund bereits sechs mal (!) von Nazi angegriffen. Erst Ende Juli kam es in Dortmund zu einer Serie von Attacken gegen aktive Linke und Büros von DKP und Linkspartei. Die Angriffe stehen offenbar im Zusammenhang mit einem geplanten Noenazi-Aufmarsch am 3. September in Dortmund. Die Nazis wollen ihren “Nationalen Antikriegstag” begehen - jedoch formiert sich breiter Widerstand. Verschiedene Bündnisse planen Protestaktionen. Das Bündnis “Dortmund stellt sich quer” ruft zu Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen Nazis und zu Blockaden auf. mehr …

In der Ruhrgebietsmetropole selbst wohnen zahlreiche Neonazis im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld. Eine antifaschistische Vorabenddemo nach Dortmund-Dorstfeld am 2.9. beginnt um 19 Uhr am ZOB (direkt am Hauptbahnhof).

Nazis am 3. September 2011 in Dortmund abservieren! No Pasarán! Dorstfeld nicht in Nazihand!

Messerstecher von Gelsenkirchen ein Neonazi?

Angriff auf Polizisten möglicherweise politisch motiviert

Der 21jährige Messerstecher aus Gelsenkirchen, der im Ortsteil Bulmke-Hüllen in der Nacht zum Dienstag zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und beide mit einer Messerattacke  lebensgefährlich verletzt hat, soll rechtsradikal sein. So prahlte der Täter in der Vergangenheit damit, Mitglied der NPD zu sein. Die Essener Staatsanwaltschaft wollte das bisher weder ausschließen noch bestätigen. In der weiteren Umgebung des Tatortes war es letzter Zeit vermehrt zu Nazi-Schmierereien und Aufkleber-Propaganda der NPD, der AN Lünen und der Nederlands Volksunion gekommen. → mehr

Erinnerung braucht Pflege

Ortstermin auf dem Ostfriedhof in Hüllen

Gestern besuchten MitgliederInnen der VVN/BdA Gelsenkirchen ein Gräberfeld auf dem Ostfriedhof. Nachdem Ursula Möllenberg auf den schlechten Pflegezustand des Feldes hingewiesen hatte, wollten sich die TeilnehmerInnen bei der Begehung ein Bild davon machen.

Auf diesem Gräberfeld wurden nach Gelsenkirchen verschleppte Zwangsarbeiter bestattet, die hier zwischen 1941-1945 durch Gewalt, Hunger und Krankheit zu Tode gekommen sind. Auf dem Gräberfeld wurden 55 sowjetische Kriegsgefangene und 324 Zwangsarbeiter bestattet: 265 aus der Sowjetunion, 39 aus Polen und 20 aus Westeuropa.

Der vorgefundene schlechte Pflegezustand des Gräberfeldes hat die TeilnehmerInnen betroffen gemacht. Die Gedenksteine sind teilweise mit Moos und Flechten bewachsen, so dass Inschriften kaum noch bzw. garnicht lesbar sind. Grasflächen zwischen den Steinen sind abgestorben. Von einem einen würdigen Zustand kann wahrlich keine Rede sein. Den Opfern von Verschleppung und Zwangsarbeit im zweiten Weltkrieg steht es zu, dass ihre Gräber in gleicher Weise wie die aller anderen Kriegstoten gepflegt werden. → Fotostrecke

Weitere Stolpersteine werden verlegt

Verlegungen am 20. August 2011 in Gelsenkirchen

Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen lädt ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt: Im Bahnwinkel 10 für Robert Mäusert gegen 11:00 Uhr, an der Polsumer Strasse 158 für Astrid “Iri” Steiner gegen 11:20 Uhr, an der Königsgrätzerstrasse für Wilhelm Gorny gegen 11:40 Uhr und an der Essener Strasse 71 für Andreas Schillack jun.  gegen 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.