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	<title>Gelsenblog - Ein Projekt von GELSENZENTRUM E. V.</title>
	<link>http://gelsenblog.de</link>
	<description>Der Nationalsozialismus 1933-1945 und dessen Nachwirkungen bis in die Gegenwart</description>
	<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 18:11:11 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Erinnerung vor den Türen der Häuser</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/900</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 18:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Stadtrundgänge - Jeder Stolperstein ein Leben
Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen des  Gelsenzentrum e.V. bietet ab Frühjahr 2012 kostenlose Stadtrundgänge für  Schulklassen, Einwohner und Gäste der Stadt entlang der in  Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine an. Bei den Stadtrundgängen &#8220;Jeder  Stolperstein ein Leben&#8221; wird das von dem Künstler Gunter Demnig ins  Leben gerufene Erinnerungs-Projekt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>Stadtrundgänge - Jeder Stolperstein ein Leben</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen des  Gelsenzentrum e.V. bietet ab Frühjahr 2012 kostenlose Stadtrundgänge für  Schulklassen, Einwohner und Gäste der Stadt entlang der in  Gelsenkirchen verlegten Stolpersteine an. Bei den Stadtrundgängen &#8220;Jeder  Stolperstein ein Leben&#8221; wird das von dem Künstler Gunter Demnig ins  Leben gerufene Erinnerungs-Projekt Stolpersteine und die Bedeutung des  Projekts für die lokale Erinnerungskultur erläutert.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die Stolpersteine für Menschen, die von den Schergen des  NS-Terrorregime gedemütigt, entrechtet, verfolgt und schlussendlich  ermordet wurden, werden vor den Türen der Häuser verlegt, in denen die  Menschen einst lebten. Und genau dort werden bei den Rundgängen die  persönlichen Lebens- und Leidensgeschichten der Menschen erzählt. Die  Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten so die Möglichkeit, sich mit  konkreten und realen zeitgeschichtlichen Ereignissen aus ihrer  unmittelbaren Lebensumfeld auseinandersetzen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><a href="http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de/stadt_rundgaenge_stolpersteine_gelsenkirchen.htm" target="_blank"> Info und Anmeldung</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwei Lieben - Lesung mit Rainer Vollath in Gelsenkirchen</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/899</link>
		<comments>http://gelsenblog.de/archives/899#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 11:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Arbeitskreis Stolpersteine Gelsenkirchen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Uns haben sie einfach vergessen&#8230;&#8221; - schwule Männer als Opfer des NS-Terrors und in der jungen Bundesrepublik
Lange blieb das Schicksal schwuler Männer und deren Verfolgung in der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Verborgenen. Der berüchtigte Paragraph 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, galt in der während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verschärften Version unverändert in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>&#8220;Uns haben sie einfach vergessen&#8230;&#8221; - schwule Männer als Opfer des NS-Terrors und in der jungen Bundesrepublik</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Lange blieb das Schicksal schwuler Männer und deren Verfolgung in der Zeit zwischen 1933 und 1945 im Verborgenen. Der berüchtigte Paragraph 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, galt in der während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft verschärften Version unverändert in der Bundesrepublik Deutschland - bis zum Jahr 1969. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>Der Autor Rainer Vollath hat sich in seinem Buch &#8220;Zwei Lieben&#8221; diesem verdrängten Kapitel deutscher Geschichte gewidmet. Am Freitag, den 30. März 2012 liest er um 19 Uhr im Kulturzentrum &#8220;die flora&#8221; in Gelsenkirchen, Florastraße 26, aus seinem zeitgeschichtlichen Roman &#8220;Zwei Lieben&#8221;.</strong> </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Möglich wurde diese Lesung durch eine Kooperation des Vereins Rosa Strippe, der in Bochum die zweitgrößte psychosoziale Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Angehörige in NRW betreibt und der Projektgruppe STOLPERSTEINE des Gelsenzentrum e.V. in Gelsenkirchen. Beide Initiativen widmen sich schon seit langem der Erinnerung an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Auf Initiative der Rosa Strippe e.V. hat der Künstler Gunter Demnig im Februar in Dortmund einen weiteren Stolperstein für ein schwules Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Auf Initiative der Gelsenkirchener Projektgruppe wird dort im September ein Stolperstein für einen verfolgten schwulen Mann dazukommen. Die Recherchen für die Stolpersteine stammen von Jürgen Wenke, der seit langem die Lebensgeschichten schwuler Männer während der NS-Zeit erforscht und der am 30. März auch von seiner Arbeit berichten wird.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">In einem Interview hat der 1966 geborene Autor Rainer Vollath über seine Beweggründe gesprochen, &#8220;Zwei Lieben&#8221; zu schreiben. Er habe das Buch wider das Vergessen schreiben wollen: &#8220;Ich wünsche mir, dass das Leben und Leiden der verfolgten Schwulen im Nationalsozialismus, aber auch in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik der Nachwelt im Gedächtnis bleibt&#8221;, so der Autor weiter. So erzählt er die Lebensgeschichte von Fritz Weiss, der als 28jähriger im Berliner Tiergarten von der Gestapo verhaftet wird und daraufhin sieben Jahre in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Flossenbürg inhaftiert bleibt. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Und der Roman erzählt nicht nur die Geschichte der Homosexuellenverfolgung in Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur. Er erzählt eben “Zwei Lieben” und auch von der Kriminalisierung und Verfolgung von schwulen Männern in der jungen Bundesrepublik bis hin zur Schwulenbewegung der 1970er Jahre. Sie ging einher mit der Strafrechtsreform, die erst 1969 -24 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Terrorherrschaft unter dem Hakenkreuz den berüchtigten Paragraphen 175 wieder entschärfte. Die vom nationalsozialistischen Regime verschärfte Fassung, die männliche Homosexualität unter Strafe stellte, galt eben auch in der jungen Bundesrepublik unverändert weiter, wollte man darin doch kein spezifisch nationalsozialistisches Unrecht erkennen. Und die Geschichte dieses Paragraphen endete erst 1994 nach dem Beitritt der Länder der ehemaligen DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, nach der Wiedervereinigung Deutschlands.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der Eintritt zur Lesung ist frei. Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine Gelsenkirchen wird gebeten.<br />
</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Informationen erhalten Interessierte auch unter <a href="http://www.rosastrippe.de" target="_blank"> www.rosastrippe.de</a> oder <a href="http://www.stolpersteine-gelsenkirchen.de/aktuelles.htm#128" target="_blank">www.stolpersteine-gelsenkirchen.de</a></span></p>
<p>Quelle: Pressemitteilung der Rosa Strippe</p>
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		<title>Die Erinnerung wach halten</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/897</link>
		<comments>http://gelsenblog.de/archives/897#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 20:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Kultur Gelsenkirchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Die “Woche der Erinnerung” fand am Freitagabend mit einem Schweigegang durch die Bahnhofstraße und der daran anschließenden Gedenkveranstaltung &#8220;Gelsenkirchener Lichter&#8221; ihren Abschluss. Der Tag des Gedenkens an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz erinnerte auch an die erste Verschleppung jüdischer Menschen von Gelsenkirchen nach Riga.
Die Gedenkveranstaltung auf dem Neumarkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die “Woche der Erinnerung” fand am Freitagabend mit einem Schweigegang durch die Bahnhofstraße und der daran anschließenden Gedenkveranstaltung &#8220;Gelsenkirchener Lichter&#8221; ihren Abschluss. Der Tag des Gedenkens an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz erinnerte auch an die erste Verschleppung jüdischer Menschen von Gelsenkirchen nach Riga.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die Gedenkveranstaltung auf dem Neumarkt in der Gelsenkirchener Innenstadt erinnerte am Abend des 27. Januar an den geplanten, beschlossenen und systematisch durchgeführten Völkermord an den europäischen Juden, Sinti und Roma und schloss dabei alle Opfer des totalitären NS-Regimes ein, ungeachtet ihrer Nationalität, Ethnie, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung oder sonstiger Merkmale. Erinnert wurde auch an diejenigen, die von den Nazis schikaniert, inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden, weil sie Widerstand leisteten oder verfolgten Menschen Schutz und Hilfe gewährten.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">An diesem Tag jährte sich auch zum 70. Male die erste Deportation jüdischer Menschen aus Gelsenkirchen. Die allermeisten der am 27. Januar 1942 nach Riga verschleppten jüdischen Menschen wurden von den Nazis ermordet. Die oftmals einzigen Spuren ihres Lebens finden sich heute nur noch in den alten Meldeunterlagen der Stadt. Es sind bürokratischen Vermerke wie  „nach dem Osten abgeschoben“ oder „unbekannt verzogen“. Es blieben nur wenige am Leben, die Zeugnis ablegen konnten. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Herman Neudorf, einer der wenigen Gelsenkirchener Juden, die 1945 von den Alliierten befreit wurden, formuliert es so: &#8220;Oft wundert man sich selbst, dass man diese schrecklichen Jahre überhaupt überleben konnte.&#8221;  Veranstalter Andreas Jordan von Gelsenzentrum e.V. sagte in seiner Rede: &#8220;Gemeinsam wollen wir heute auch an die Menschen aus Gelsenkirchen denken, denen in Riga und anderswo unbeschreibbares Leid zugefügt worden ist, die dennoch überleben konnten. Ihre Leidenswege sollen heute nicht unbedacht bleiben.&#8221; Eine Aufzeichnung der Gedenkveranstaltung wird den in den USA lebenden &#8220;Gelsenkirchen Survivors&#8221; - eine Gruppe Gelsenkirchener Juden, die den Holocaust überlebt haben - auf Wunsch zur Verfügung gestellt. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes NRW und Vorstandsmitglied des Zentralrates und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma betonte in seiner Ansprache, wie wichtig es sei, “nicht mehr wegzuschauen, denn wir wissen alle, zu was der Nationalsozialismus führte. Leider fehlt hier in Gelsenkirchen aber immer noch ein öffentliches Zeichen der Erinnerung und des Willens, dass Schicksal der aus Gelsenkirchen verschleppten und in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma nie zu vergessen. Der Sinn unseres Gedenkens ist nicht Anklage und Schuldzuweisung, sondern Ermutigung zum handeln - die Erinnerung an das Geschehen durch Zeichen des Gedenkens oder Veranstaltungen wie die heutige ist ein Appell an unsere Verantwortung für unser Zusammenleben heute. Politikerinnen und Politiker sollten darin besonders Vorbilder sein, heutigen Erscheinungen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus endlich entschiedener entgegenzutreten, denn diese sind keineswegs harmloser als damals.”</span></p>
<p><a href="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/holocaustgedenktag_27_januar_2012_marianne_konze.jpg" title="Marianne Konze spricht zum Holocaust-Gedenktag 2012 in Gelsenkirchen"><img src="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/holocaustgedenktag_27_januar_2012_marianne_konze.jpg" alt="Marianne Konze spricht zum Holocaust-Gedenktag 2012 in Gelsenkirchen" /></a><br />
Marinanne Konze (Jg. 1929) berichtete von Faschismus und Krieg</p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Auch Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas), Marianne Konze (VVN/BdA), Toni Lenz (MLPD) und Kalle Wittmann (AUF) hoben in ihren Wortbeiträgen hervor, dass es grade in unserer Zeit – nicht nur aufgrund des Terrors der NSU und vieler anderer Nazis in Deutschland –  wichtig ist, sich der geschichtlichen Verantwortung Deutschlands während des Nationalsozialismus bewusst zu werden. Die Gelsenkirchener Stadtspitze, wie auch Vertreter der etablierten Parteien, der Kirchen sowie der “Demokratischen Initiative” suchte man auf der Gedenkveranstaltung vergeblich. “Wo ist der Oberbürgermeister von Gelsenkirchen? Wo sind die politischen Vertreter und Vertreterinnen? Warum stehen sie nicht hier?” fragte Bärbel Beuermann (DIE LINKE) in ihrem Wortbeitrag, und weiter führte sie aus:  “Ich vermisse diese Solidarität der Stadt Gelsenkirchen und ich mahne an: Wenn Mahnen und Gedenken nicht respektiert wird, dann gehen wir in eine Zukunft, die  wir alle nicht haben wollen.” Die Gedenkveranstaltung endete mit dem Appell an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer:  “Seit wachsam! Nie wieder Faschismus!”</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Gedenktage und das Erinnern sind für unsere Gesellschaft wichtig, weil sie Demokratie und Menschenrechte stärken. Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar muss uns auch künftig dazu anhalten, über die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Bedeutung von Nationalsozialismus und Holocaust nachzudenken. Dazu bedarf es einer lebendigen Erinnerungskultur quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppen in der Stadt. </span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der Rote Emscherbote schreibt: <a href="http://roteremscherbote.wordpress.com/2012/01/27/doppeltes-gedenken/" target="_blank"> Doppeltes Gedenken</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erinnerung an Wannseekonferenz vor 70 Jahren</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/895</link>
		<comments>http://gelsenblog.de/archives/895#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 13:32:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gelsenkirchen Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Woche der Erinnerung&#8221; beginnt mit Filmpräsentation
Mit der gut besuchten Präsentation des Dokumentarfilmes &#8220;Nacht und Nebel&#8221; begann am Vorabend der berüchtigten Wannsee-Konferenz in Gelsenkirchen die von Gelsenzentrum e.V. initiierte Veranstaltungsreihe  &#8220;Woche der Erinnerung&#8221;. In seiner Einführung zum Film ging Hartmut Hering unter anderem auch der Frage nach, ob man diesen Film heute noch zeigen bzw. sehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>&#8220;Woche der Erinnerung&#8221; beginnt mit Filmpräsentation</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Mit der gut besuchten Präsentation des Dokumentarfilmes &#8220;Nacht und Nebel&#8221; begann am Vorabend der berüchtigten Wannsee-Konferenz in Gelsenkirchen die von Gelsenzentrum e.V. initiierte Veranstaltungsreihe  &#8220;Woche der Erinnerung&#8221;. In seiner Einführung zum Film ging Hartmut Hering unter anderem auch der Frage nach, ob man diesen Film heute noch zeigen bzw. sehen muss. Eindeutige Antwort: Ja, man muss.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der Film &#8220;Nacht und Nebel&#8221; des französischen Regisseurs Alain Resnais aus dem Jahr 1955 zeigt auf eindringliche Weise, wie die auf der Wannssee-Konferenz festgelegten mörderischen Details im NS-Staat umgesetzt wurden. In der sich der Filmvorführung anschließenden Diskussion kamen auch Zeitzeugen zu Wort, die von persönlichen Erfahrungen in der NS-Zeit berichteten.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Auf der Wannsee-Konferenz wurden am 20. Januar 1942 - heute vor 70 Jahren - von 15 führenden Nazis die planerischen Details zum Massenmord an den europäischen Juden besprochen und festgelegt. Die so genannte &#8220;Endlösung der europäischen Judenfrage&#8221; sah die systematische Vertreibung und fabrikmäßige Vernichtung von rund elf Millionen Menschen vor. Einer der Teilnehmer der Wannseekonferenz war der fanatische NS-Funktionär und Gauleiter von Westfalen-Nord Alfred Meyer, der seine politische Karriere in Gelsenkirchen begann.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><a href="http://www.gelsenzentrum.de/nacht_und_nebel_einfuehrung_hartmut_hering.pdf" target="_blank"> Einführung zum Film von Hartmut Hering (PDF)</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><a href="http://www.gelsenzentrum.de/wannsee_konferenz_meyer.htm" target="_blank">Die Wannsee-Konferenz: Koordination des Massenmordes</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><a href="http://roteremscherbote.wordpress.com/2012/01/19/bei-aushebungen-in-warschau/" target="_blank">Der Rote Emscherbote schreibt: „… bei Aushebungen in Warschau …“</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nazis stören Kundgebung in Gelsenkirchen</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/894</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 10:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gelsenkirchen Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechte Störaktion auf dem Preuteplatz
Vier Jugendliche aus dem rechten Spektrum störten die wöchentlich stattfindende Montagsdemonstration auf dem Preuteplatz in der Gelsenkirchener Innenstadt.
Nach Angaben der Veranstalterin hielten sich die Neofaschisten bereits längere Zeit am Rand der Kundgebung auf und beobachteten zunächst das Geschehen. Beim Thema  &#8220;Verstrickung von NSU und Verfassungsschutz&#8221; begannen die Nazis, die Demonstration durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>Rechte Störaktion auf dem Preuteplatz</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Vier Jugendliche aus dem rechten Spektrum störten die wöchentlich stattfindende Montagsdemonstration auf dem Preuteplatz in der Gelsenkirchener Innenstadt.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Nach Angaben der Veranstalterin hielten sich die Neofaschisten bereits längere Zeit am Rand der Kundgebung auf und beobachteten zunächst das Geschehen. Beim Thema  &#8220;Verstrickung von NSU und Verfassungsschutz&#8221; begannen die Nazis, die Demonstration durch laute Zwischenrufe, Parolen und Pöbeleien erheblich zu stören. So bekundeten sie unter anderem lauthals ihre Symphatie mit dem norwegischen Massenmörder Andres Behring Breivik. Anmelderin Martina Reichmann verwies die rechten Störer daraufhin der Kundgebung. Die Polizei war an diesem Montag nicht vor Ort.</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Großbrand: Bisher keine Hinweise auf politisch motivierte Tat</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/893</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 10:15:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gelsenkirchen Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Erneute Prüfung auf rechtsradikalen Hintergrund
Der oder die Täter konnten nach der Brandstiftung in einem Wohnwagen-Winterquartier in Gelsenkirchener Ortsteil Feldmark bisher nicht ermittelt werden. In der Nacht vom 4. auf den 5. November 2010 wurden in einer überwiegend von Sinti und Roma bewohnten Siedlung an der Katernbergerstraße 19 der dort auf einem Platz abgestellten Wohnwagen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>Erneute Prüfung auf rechtsradikalen Hintergrund</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der oder die Täter konnten nach der Brandstiftung in einem Wohnwagen-Winterquartier in Gelsenkirchener Ortsteil Feldmark bisher nicht ermittelt werden. In der Nacht vom 4. auf den 5. November 2010 wurden in einer überwiegend von Sinti und Roma bewohnten Siedlung an der Katernbergerstraße 19 der dort auf einem Platz abgestellten Wohnwagen und Wohnmobile der Minderheit bei einem <a href="http://gelsenblog.de/archives/739" target="-blank">Großbrand</a> vernichtet, Personen kamen nicht zu Schaden. Schnell stand damals fest, dass Brandstiftung die Ursache für das Feuer war. <a href="http://gelsenblog.de/archives/748" target="_blank">Hinweise</a> auf eine politisch motivierte Tat gab es laut Polizei seinerzeit nicht.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der Gelsenkirchener Rolf Jüngermann (DKP) hatte jüngst in einem an die Staatsanwaltschaft Essen und den Gelsenkirchener Polizeipräsidenten gerichteten Brief angeregt, die Tat auf mögliche Zusammenhänge mit der Mordserie des &#8220;Nationalsozialistischen Untergrunds&#8221; (NSU) zu prüfen. </span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Staatsanwalt Marcus Schütz teilte auf unsere Nachfrage mit, dass die Ermittlungen in diesem Fall noch nicht abgeschlossen sind. Auch in der Zwischenzeit habe es keine Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gegeben. Die Frage nach der Intensität der bisherigen Ermittlungen in diese Richtung blieb allerdings unbeantwortet, ebenso wie die Frage, ob der Staatsschutz eingeschaltet wurde. Aufgrund der aktuellen Ereignisse wird der Sachverhalt jedoch nochmals auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin überprüft, so Staatsanwalt Schütz.</span></p>
<p><a href="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/brand_sinti_und_roma_wohnwagen_gelsenkirchen.jpg" title="Nach dem Großbrand im Wohnwagenpark von Sinti und Roma in Gelsenkirchen"><img src="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/brand_sinti_und_roma_wohnwagen_gelsenkirchen.jpg" alt="Nach dem Großbrand im Wohnwagenpark von Sinti und Roma in Gelsenkirchen" /></a><br />
Foto: Gelsenzentrum e.V.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gedenken an den Holocaust</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/890</link>
		<comments>http://gelsenblog.de/archives/890#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 13:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungskalender Ruhr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://gelsenblog.de/archives/890</guid>
		<description><![CDATA[Woche der Erinnerung in Gelsenkirchen
Filmvorführungen im Kulturzentrum &#8220;die Flora&#8221;, Florastraße 28:
&#8220;Nacht und Nebel&#8221;
19. Januar 2012
Beginn 19 Uhr mit einem Vortrag von Hartmut Hering
&#8220;Nacht und Nebel&#8221; - Ein Film als Mahnmal gegen das Vergessen am Vorabend des 70. Jahrestages der berüchtigten Wannseekonferenz. Der Film nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>Woche der Erinnerung in Gelsenkirchen</strong></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Filmvorführungen im Kulturzentrum &#8220;die Flora&#8221;, Florastraße 28:</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>&#8220;Nacht und Nebel&#8221;</strong></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>19. Januar 2012<br />
Beginn 19 Uhr mit einem Vortrag von Hartmut Hering</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">&#8220;Nacht und Nebel&#8221; - Ein Film als Mahnmal gegen das Vergessen am Vorabend des 70. Jahrestages der berüchtigten Wannseekonferenz. Der Film nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der &#8220;Endlösung&#8221;. Ein filmisches Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>&#8220;Alles weiß ich noch&#8230; und das ist das Schlimme an der Geschichte&#8221;</strong></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>26. Januar 2012<br />
Beginn 19 Uhr mit einem Vortrag von Dr. Rolf Heinrich</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">&#8220;Alles weiß ich noch&#8230; und das ist das Schlimme an der Geschichte&#8221; - Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn. Der 86-jährige ist einer der wenigen jüdischen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von der Deportation am 27. Januar 1942 von Gelsenkirchen nach Riga und seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Rolf Abrahamsohn berichtet von seinem und dem Leidensweg seiner Familie und dem von Freunden, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der Eintritt zu den Filmvorführungen ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>Gedenkveranstaltung &#8220;Gelsenkirchener Lichter&#8221;</strong></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>70. Jahrestag der Deportationen von Gelsenkirchen nach Riga</strong></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><strong>27. Januar 2012 Internationaler Holocaust-Gedenktag<br />
18:30 Uhr Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die Gedenkveranstaltung am Internationalen Holocaust-Gedenktag erinnert an alle Opfer des nationalsozialistischen Terrors und an die erste Deportation jüdischer Kinder, Frauen und Männer aus Gelsenkirchen vor 70 Jahren. Der sich anschließende Schweigegang führt über die Bahnhofstraße zum Neumarkt. Dort sind neben dem Aufstellen und Entzünden der &#8220;Gelsenkirchener Lichter&#8221; auch Redebeiträge geplant, es sprechen u.a. Roman Franz (Landesverband der Sinti und Roma NRW), Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas) und Marianne Konze (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - VVN/BdA). Der Verein Gelsenzentrum e.V. lädt herzlich ein.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>70. Jahrestag der Deportationen von Gelsenkirchen nach Riga</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 23:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[... über den Tellerrand]]></category>

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		<description><![CDATA[27. Januar 1942 - der erste Deportationszug mit Ziel Riga verlässt Gelsenkirchen
&#8220;Es ist schwer zu sagen, wer das bessere Los  gezogen hat. Denn selbst die wenigen, die schließlich überlebt haben,  auch sie sind für ihr Leben gezeichnet. Sie haben jeder für ihr ganzes  restliches Leben noch an dem zu tragen, was sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>27. Januar 1942 - der erste Deportationszug mit Ziel Riga verlässt Gelsenkirchen</strong></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><em>&#8220;Es ist schwer zu sagen, wer das bessere Los  gezogen hat. Denn selbst die wenigen, die schließlich überlebt haben,  auch sie sind für ihr Leben gezeichnet. Sie haben jeder für ihr ganzes  restliches Leben noch an dem zu tragen, was sie seelich und körperlich  dort erlitten haben.&#8221;</em></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Am 27. Januar 1942 rollte der erste &#8220;Sammeltransport&#8221;  mit Kindern, Frauen und Männern jüdischer Herkunft von Gelsenkirchen  Richtung Osten. Bestimmungsort der Menschenfracht war das Ghetto Riga.  359 Gelsenkirchener Juden wurden in die zum &#8220;Sammellager&#8221;  umfunktionierten Ausstellungshalle am Wildenbruchplatz unter  unmenschlichen Bedingungen eingepfercht. Auch Juden aus umliegenden Revierstädten wurden nach  Gelsenkirchen transportiert.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"> Die Gelsenkirchener Jüdin Helene Lewek  wählte in der Ausstellungshalle am Wildenbruchplatz angesichts der  bevorstehenden Deportation die Flucht in den Tod. Auf dem Weg nach Riga  wurden weitere Menschen an verschiedenen Haltepunkten - u.a. in Dortmund  und Hannover - in den Zug gezwungen. Der Deportationszug der Deutschen  Reichsbahn erreichte schließlich mit etwa 1000 Menschen am 1. Februar  1942 Riga in Lettland.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der überwiegende Teil der aus Gelsenkirchen und  anderen Städten am 27. Januar verschleppten Juden wurden im Ghetto Riga  oder in Konzentrationslagern ermordet. Zu den wenigen, die oftmals als  Einzige ihrer Familien den Holocaust überlebt haben, gehören Rolf  Abrahamsohn, Bernd Haase, Herman Neudorf und Elli Kamm, geborene  Diament. Sie schildern hier, wie sie die Deportation aus Gelsenkirchen  und die Ankunft in Riga erlebt haben.</span></p>
<h3 align="justify"><img src="http://www.gelsenzentrum.de/rolf_abrahamsohn_klein.jpg" style="height: 251px; float: left; margin-top: 3px; margin-right: 20px" alt="Rolf Abrahamsohn" height="251" width="200" border="0" align="middle" /></h3>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der heute 86jährige Rolf Abrahamsohn aus Marl erinnert sich:</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">&#8220;Am Morgen des 24. Januar um sieben Uhr wurden wir in  Recklinghausen lebenden Juden aus den Häusern geholt. Wir standen bis  nachmittags um vier auf der Straße, bevor man uns mit Lastwagen nach  Gelsenkirchen zur Ausstellungshalle am Wildenbruchplatz brachte. Am 27.  Januar verließ der Deportationszug mit einigen hundert Juden aus  Gelsenkirchen, Recklinghausen und weiteren umliegenden Orten die Stadt.  Man hatte uns gesagt, dass wir in ein Arbeitslager kämen, damals habe  ich das noch geglaubt. Im Zug war es tagsüber sehr heiß und nachts  eiskalt - das war unser Glück. So konnten wir wenigstens das gefrorene  Wasser von den Fenstern ablecken, damit wir nicht ganz verdursten.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Als wir am 1. Februar in Riga am Bahnhof Skirotava  ankamen, wurden wir mit Gebrüll und Schlägen von der SS empfangen. Wir  sollten einige Kilometer bis ins Ghetto Riga laufen, den Schwachen bot  die SS scheinheilig eine Fahrt auf LKW dorthin an. Was die Menschen, die  auf die LKW stiegen, nicht wussten: das war praktisch schon eine erste  Selektion. Sie brauchten uns ja als Arbeiter. Wer nicht laufen konnte,  konnte nach der Logik der SS auch nicht arbeiten und so fuhren die LKW  mit ihrer Menschenfracht direkt zu den Erschießungsstätten im Wald von  Bikernieki.&#8221; </span></p>
<h3 align="justify"><img src="http://www.gelsenzentrum.de/bernd_haase_klein.jpg" style="height: 221px; float: left; margin-top: 3px; margin-right: 20px" alt="Bernd Haase" height="221" width="200" border="0" align="middle" /></h3>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Bernd Haase aus Gelsenkirchen, der heute 85jährig in den USA lebt, erzählt:</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">&#8220;Im Dezember 1941 wurden meine Mutter, meine  Schwester und ich aufgefordert, unsere Habseligkeiten für eine  Umsiedlung nach Osten zusammenzupacken. Wir kennzeichneten unsere Möbel  und packten Bettzeug und Kleidung in Rucksäcke. Am Abreisetag packten  wir noch Butterbrote ein. Es kam ein Bus und brachte uns vom &#8220;Judenhaus&#8221;  an der Bochumer Straße zur Gelsenkirchener Ausstellungshalle. Für unsere  Nachbarn fuhren wir äußerlich normal weg. In der Ausstellungshalle  mussten wir dann wie Tiere auf dem strohbedeckten Boden liegen.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Nur ein kleiner Zwischenfall: Es hatte geschneit und  das Auto von einem der Nazi-Bonzen kam nicht weiter. So mussten ich und  ein paar Andere den Wagen bis zur Arminstrasse schieben. Doch fühlte ich  mich für eine halbe Stunde frei. Am fünften Tag, früh am Morgen,  mussten wir durch Schnee und Dunkelheit zum Güterbahnhof marschieren.  Dort schickte uns die Gestapo in einen Personenzug, brüllend und  Peitschen schwingend. Wir wurden durchsucht und unser Geld und andere  Wertgegenstände wurden uns weggenommen. Wir hatten unsere Rucksäcke mit  im Zugabteil, unsere Koffer und die Haushaltsgegenstände wurden in einen  angehängten Waggon gepackt. Dieser Wagen wurde später abgekoppelt und  sein Inhalt an Fremde verteilt. Langsam verließ der Zug Gelsenkirchen.  In Dortmund wurden weitere Waggons angehängt.&#8221; </span></p>
<h3 align="justify"><img src="http://www.gelsenzentrum.de/elli_kamm_nee_diament.jpg" style="height: 239px; float: left; margin-top: 3px; margin-right: 20px" alt="Elli Kamm, nee Diament" height="239" width="200" border="0" align="middle" /></h3>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Elli Kamm starb 2002 im Alter von 76 Jahren in den USA. Sie erzählte:</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">&#8220;Im Januar 1942 pferchten sie uns zusammen in  Gelsenkirchen einem großen Warteraum und steckten uns dann in Züge. Der  Transport ging nach Riga, in Lettland. Die Züge waren sehr kalt. Ich  weiß nicht mehr genau, es waren fünf Tage, sechs Tage. Es war so kalt.  Einigen Leuten erfroren die Finger, die Zehen, die Füße, es war  schrecklich. Wir hörten die Flugzeuge, es gab Schiessereien,  Bombardierungen, aber jedenfalls kamen wir Ende Januar, Anfang Februar  bei Riga an. Der Ort hieß Skirotava. Es fror, es war kalt.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Und denken Sie daran: Bevor wir Deutschland  verließen, sagten sie uns, wir könnten nur so und so viel mitnehmen. Wir  zogen zwei Unterhemden, drei Pullover, drei Blusen, drei, vier  Unterhosen an, so dass, wenn sie uns das Gepäck wegnehmen würden, wir  immer noch das hätten, was wir am Körper hatten und so die Möglichkeit  hätten, eine Zeit lang zu wechseln. Als wir in Skirotava ankamen und die  SS da stand, ich denke, Obersturmführer Lange war sein Name und einige  Andere. Mit Hunden und Schnee bis zum Hals und sie schrien: &#8220;Raus, raus,  raus!&#8221; Das war einfach schrecklich, ich meine so ein Chaos. Es war  unglaublich. Sie befahlen uns, zu dritt oder zu viert da zu stehen und  dann abzumarschieren.&#8221; </span></p>
<h3 align="justify"><img src="http://www.gelsenzentrum.de/herman_neudorf_klein.jpg" style="height: 239px; float: left; margin-top: 3px; margin-right: 20px" alt="Herman Neudorf" height="239" width="200" border="0" align="middle" /></h3>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Herman Neudorf, geboren in Horst-Emscher lebt heute in den USA, erzählt:</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">&#8220;Am 20. Dezember 1941 erhielten wir von der Gestapo,  Staatspolizeistelle Gelsenkirchen, die erste Aufforderung: &#8216;Sie haben  sich auf einen Transport zum Arbeitseinsatz nach dem Osten  vorzubereiten. An Gepäck darf 10 RM mitgenommen werden. Die Fahrtkosten  sind selbst zu entrichten - natürlich einfach, eine Rückfahrt war ja nicht  vorgesehen. Vorbereitungen wurden getroffen. Medikamente,  Frostschutzmittel, Winterkleidung, warme Decken und so weiter beschafft.  Am 20. Januar 1942 kommt wieder ein Schreiben: &#8216;Sie haben sich zum  Transport nach dem Osten in den nächsten drei Tagen bereitzuhalten.&#8217; Nun  ist es soweit.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">An einem Januarmorgen  um 10 Uhr morgens wurden wir  von der Gestapo aus dem &#8220;Judenhaus&#8221; an der Markenstraße in Horst abgeholt  und in einen Autobus verfrachtet, mit je einem Koffer. Im nu sammelte  sich um das Auto eine Anzahl Schulkinder. Auf ihre neugierige Frage,  wohin wir fahren, antwortete der Gestapo-Chauffeur: &#8216;Zur Erholung in ein  Sanatorium.&#8217; Am Sammelplatz schliefen wir eine Nacht am Boden und am  nächsten Tag wurden wir verladen. Es war der 27. Januar 1942. Aber diese  Mörder wußten zu gut, wohin unsere Fahrt führt. Hoher Schnee mit ca. 25  Grad Kälte. Der Zug stand bereit. Ungeheizt. Am Ende des Zuges wurden  drei Wagen mit unseren Koffern, Verpflegung und Küchengeräten angehängt.  Dann fuhren wir ab. Türen natürlich abgeschlossen. Vor Hannover  erfuhren wir, daß die letzten Wagen &#8220;heißgelaufen&#8221; waren und abgehängt  werden mußten. Nun besaßen wir nur noch das, was wir am Leibe trugen.  Sechs Tage Fahrt durch Ostpreußen, Litauen, Lettland. Aborte verstopft,  die Abteilwände mit einer Eisschicht überzogen.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Am 1. Februar erreichten wir unsere neue &#8220;Heimat&#8221;,  der Transport hielt am Bahnhof Riga-Skirotava. Auf uns warteten schon  SS-Leute in dicken Pelzmänteln. Sie trieben uns mit Schlägen,  Beschimpfungen und Gebrüll aus dem Zug. Die Glieder waren noch starr vor  Kälte. Zum Teil mit Autos oder zu Fuß ging es ab. Ungefähr drei Stunden  Marsch. Lettische Wachen hüteten uns sorgfältig und rissen einigen gute  Kleidungsstücke vom Leibe herunter. Ein mit Stacheldraht umgebener  Stadtteil tauchte auf. Personen mit gelben &#8220;Judensternen&#8221; konnte ich  erkennen. Das war also das Rigaer Ghetto, das uns allen ewig in  Erinnerung bleiben sollte. Oft wundert man sich selbst, dass man diese  schrecklichen Jahre, die noch folgten, überhaupt überleben konnte.&#8221;</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Mehr auf www.gelsenzentrum.de :<br />
<a href="http://www.gelsenzentrum.de/gelsenkirchen_ueberlebenden.htm" target="_blank"> Den Holocaust überlebt - Menschen aus Gelsenkirchen berichten</a></span></p>
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		<title>Woche der Erinnerung in Gelsenkirchen</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/888</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 14:36:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Veranstaltungskalender Ruhr]]></category>

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		<description><![CDATA[Gedenken zum 70. Jahrestag der Wannseekonferenz
Der Massenmord an den Juden sowie an den Sinti und Roma war längst beschlossene Sache und schon im Gange. Die ersten Züge mit ihrer Menschenfracht rollten bereits Richtung Osten, als die berüchtigte Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee bei Berlin stattfand. 

In dieser Villa fand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>Gedenken zum 70. Jahrestag der Wannseekonferenz</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Der Massenmord an den Juden sowie an den Sinti und Roma war längst beschlossene Sache und schon im Gange. Die ersten Züge mit ihrer Menschenfracht rollten bereits Richtung Osten, als die berüchtigte Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 in einer Villa am Großen Wannsee bei Berlin stattfand. </span></p>
<p><a href="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/villa_wannsee_konferenz.jpg" title="Der Schauplatz der Wannseekonferenz in Berlin, Am Großen Wannsee 56 - 58"><img src="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/villa_wannsee_konferenz.jpg" alt="Der Schauplatz der Wannseekonferenz in Berlin, Am Großen Wannsee 56 - 58" /></a><br />
In dieser Villa fand die Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 statt</p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Hauptzweck der Konferenz - in den Einladungen als  &#8220;Besprechung mit Frühstück&#8221; bezeichnet - war die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten zu organisieren und zu koordinieren. Einziger Tagesordnungspunkt: &#8220;Die Endlösung der Judenfrage&#8221;. Die Teilnehmer, 15 führende Nazis, darunter Vertreter der SS und aller betroffenen Staatsbehörden,  legten den zeitlichen Ablauf für die weiteren Massentötungen fest, grenzten die dafür vorgesehenen Opfergruppen genauer ein und einigten sich auf eine Zusammenarbeit unter Leitung von Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamts.  Adolf Eichmann, der &#8220;Judenreferent&#8221; Heydrichs, war für das Protokoll zuständig.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Heydrichs Plan sah die systematische Vertreibung und Vernichtung von rund elf Millionen Menschen vor. Er nannte ihn „Endlösung der europäischen Judenfrage“, das bedeutet nichts anderes als die Koordination des Massenmordes, geplant war die systematische Vertreibung und Vernichtung von rund elf Millionen Menschen jüdischer Herkunft. Das den Opfern zugedachte Schicksal war grauenvoll: Straßenbau im Osten, &#8220;wobei zweifellos ein Großteil durch natürliche Verminderung ausfallen wird&#8221;. Der &#8220;verbleibende Restbestand wird, da es sich bei diesem zweifellos um den widerstandsfähigsten Teil handelt, entsprechend behandelt werden&#8221;. Hunderttausende der  deutschen &#8220;Volksgenossen&#8221; halfen dabei mit, etwa 6 Millionen Menschen jüdischer Herkunft fielen der Massenvernichtungsaktion zum Opfer. Es war eines der größten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Anlässlich des 70. Jahrestages der berüchtigten Wannseekonferenz zeigt der gemeinnützige Verein Gelsenzentrum am 19. Januar 2012  im Gelsenkirchener Kulturzentrum &#8220;die flora&#8221; den Film &#8220;Nacht und Nebel&#8221;. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 19 Uhr mit einem Vortrag von Hartmut Hering. Eintritt frei -  um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><a href="http://stadt.gelsenkirchen.de/de/Kultur/Die_Flora/Aktuelles/Details/Nacht_und_Nebel.asp" target="_blank"> Kulturzentrum &#8220;die flora&#8221;</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"><a href="http://www.gelsenzentrum.de/veranstaltungen_termine_gelsenzentrum.htm" target="_blank"> Gelsenzentrum e.V. - Woche der Erinnerung</a></span></p>
<p><a href="http://www.gelsenzentrum.de/veranstaltungen_termine_gelsenzentrum.htm" target="_blank"> </a></p>
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		<item>
		<title>Stadtgeschichte: Das &#8220;Judenhaus&#8221; an der Markenstrasse 29</title>
		<link>http://gelsenblog.de/archives/886</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 12:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gelsenzentrum</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Stadtgeschichte Gelsenkirchen]]></category>

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		<description><![CDATA[NS-Zeit in Gelsenkirchen-Horst
Die Bezeichnung &#8220;Judenhaus&#8221; wurde in  Nazi-Deutschland im Alltags- und Behördengebrauch für Wohnhäuser aus  ehemals jüdischem Eigentum verwendet, in die ab Herbst 1939  ausschließlich Juden eingewiesen wurden. Diese Häuser wurden außen mit einem großen, gelben Stern gekennzeichnet. Die &#8220;Judenhäuser&#8221; waren nichts  anderes als kleinräumige Ghettos, sie standen unter ständiger Kontrolle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="left"><span style="font-size: 11pt; color: #990000; line-height: 1.4em"><strong>NS-Zeit in Gelsenkirchen-Horst</strong></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Die Bezeichnung &#8220;Judenhaus&#8221; wurde in  Nazi-Deutschland im Alltags- und Behördengebrauch für Wohnhäuser aus  ehemals jüdischem Eigentum verwendet, in die ab Herbst 1939  ausschließlich Juden eingewiesen wurden. Diese Häuser wurden außen mit einem großen, gelben Stern gekennzeichnet. Die &#8220;Judenhäuser&#8221; waren nichts  anderes als kleinräumige Ghettos, sie standen unter ständiger Kontrolle  der Gestapo. Im Gelsenkirchener Ortsteil Horst befanden sich so genannte  &#8220;Judenhäuser&#8221; an der Fischerstrasse 173, der Markenstrasse 28 und 29.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em"> Die Erfassung der jüdischen Bevölkerung und ihre Konzentration in den so  genannten &#8220;Judenhäusern&#8221; war eine Vorstufe für die im Herbst 1941  beziehungsweise Januar 1942 einsetzenden Massendeportationen in die  Konzentrations- und Vernichtungslager in Osteuropa. Am 27. Januar 1942  verließ der erste Menschentransport Gelsenkirchen, mehr als 350  Gelsenkirchener Juden wurden zunächst in das Ghetto Riga verschleppt,  die wenigsten von ihnen überlebten die NS-Mord-Maschinerie.</span></p>
<p><a href="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/markenstrasse_29_gelsenkirchen_horst.jpg" title="Die Markenstrasse 29 in Gelsenkirchen-Horst heute. Im Erdgeschoß befand sich bis Ende der Dreißiger Jahre das Schuh- und Lederwarengeschäft des jüdischen Kaufmanns Moritz Stein."><img src="http://gelsenblog.de/__oneclick_uploads/2012/01/markenstrasse_29_gelsenkirchen_horst.jpg" alt="Die Markenstrasse 29 in Gelsenkirchen-Horst heute. Im Erdgeschoß befand sich bis Ende der Dreißiger Jahre das Schuh- und Lederwarengeschäft des jüdischen Kaufmanns Moritz Stein." /></a><br />
Die Markenstrasse 29 in Gelsenkirchen-Horst heute. Im Erdgeschoß befand sich bis Ende der Dreißiger Jahre das Schuh- und Lederwarengeschäft des jüdischen Kaufmanns Moritz Stein.</p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">In der Nazizeit wurde Juden der Besitz an Wohneigentum untersagt – sie  wurden enteignet, Haus- und Grundbesitz wurde &#8220;arisiert&#8221;. Am 30. April  1939 wurde das &#8220;Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden&#8221; erlassen.  Wie zahlreiche andere seit 1933 erschienene Gesetze und Verordnungen  trug es massiv dazu bei, das Leben jüdischer Familien weiter zu  sanktionieren. Juden und &#8220;Arier&#8221; sollten nicht mehr unter einem Dach  wohnen, Mietverhältnisse mit Juden konnten nun nach Belieben aufgehoben  werden. Mit Hilfe der Stadtverwaltung - federführend war dabei das  Wohnungsamt - wurden jüdische Familien erfasst und zwangsweise in die so  genannte &#8220;Judenhäuser&#8221; einquartiert. Dies waren in der Regel Häuser,  die sich (noch) in jüdischem Eigentum befanden. In die Wohnungen der  dort lebenden Menschen wurden in der Folge weitere Familien zwangsweise  einquartiert, so dass immer mehr Menschen auf kleinstem Raum  zusammengepfercht wurden. In Hamburg wurden beispielsweise pro Person  nur sechs bis acht Quadratmeter Wohnfläche zugestanden.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Das Wohn- und Geschäftshaus an der Markenstrasse 29 gehörte dem  jüdischen Schuh- und Lederwarenhändler Moritz Stein, der im Erdgeschoß  bis zu seinem Tod im Dezember 1938 ein Schuhgeschäft betrieb. Im Haus  wohnte bereits die Familie Süsskind, zwangsweise dort einquartiert  wurden dann ab 1940/41 Angehörige der Familie Langer, Frieda und Hermann  Neudorf, Auguste Bry und die Eheleute Siegmund und Wittel Heinberg. Im  Herbst 2012 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig vor dem Haus  Stolpersteine zur Erinnerung an Familie Süsskind.</span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: 10pt; color: #000000; line-height: 1.4em">Victor Klemperer notierte über ein Dresdner &#8220;Judenhaus&#8221;: &#8220;Cohns,  Stühlers, wir. Badezimmer und Klo gemeinsam. Küche gemeinsam mit  Stühlers, nur halb getrennt - eine Wasserstelle für alle drei (&#8230;) Es  ist schon halb Barackenleben, man stolpert übereinander, durcheinander.&#8221;  Klemperer schreibt in seinen Tagebüchern mehrfach über ihm berichtete  wie auch selbst erlebte &#8220;Haussuchungspogrome&#8221;, bei denen die Bewohner  von Gestapobeamten beleidigt, bespuckt, geohrfeigt, getreten, geschlagen  und bestohlen wurden. &#8220;Im Aufwachen: Werden &#8220;Sie&#8221; heute kommen? Beim  Waschen…: Wohin mit der Seife, wenn &#8220;Sie&#8221; jetzt kommen? Dann Frühstück:  alles aus dem Versteck holen, in das Versteck zurücktragen. (&#8230;) Dann  das Klingeln &#8230; Ist es die Briefträgerin, oder sind &#8220;Sie&#8221; es?&#8221;</span></p>
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